1. Abschnitt: Regelwerke

    1. Die Regelwerke der Korporation sind laut unserer Konstitution:
      1. die Konstitution selbst;
      2. dieser Comment;
      3. das Buch Bindender Beschlüsse (BBB);
      4. die Gesammelten Diskussionsaufrufe (GDA).
    2. Konstitution, Comment und BBB sind vom Sekretär in elektronischer Form zu führen und ggf. zu aktualisieren.
    3. Alle Regelwerke einschließlich der GDA sind vom Netzwart in elektronischer Form in einem internen Verzeichnis im Internet zu hinterlegen und werden dazu vom Sekretär bereitgestellt.
    4. Alle Regelwerke sind vom Sekretär in Papierform abzuheften.

  2. Abschnitt: Gesammelte Diskussionsaufrufe (GDA)

    1. Alle Bundesbrüder sind berechtigt, Diskussionsaufrufe zu formulieren, auch Alte Herren.
    2. Diskussionsaufrufe sind nicht bindend.
    3. Die Diskussionsaufrufe sind numeriert, wobei sich die Nummer aus der fortlaufenden Nummer des Diskussionsaufrufs und der jeweiligen Versionsnummer zusammensetzt (Beispiel: DA 15-3). Überarbeitungen, bei denen der Inhalt unverändert blieb, werden mit Dezimalstellen gekennzeichnet (Beispiel: DA 15-3.1).
    4. Jeder Bundesbruder ist berechtigt, auf Basis eines Diskussionsaufrufs einen eigenen Diskussionsaufruf zu erarbeiten. Dieser enthält einen Hinweis auf den ursprünglichen Diskussionsaufruf und erhält eine neue fortlaufende Nummer sowie eine eigene Versionsnummer (Beispiel: DA 16-1, Sohn von 15-3.1).
    5. Eigene Diskussionsaufrufe dürfen nur aus der Sammlung entfernt werden, wenn sie durch eine neuere Version ersetzt werden.
    6. Diskussionsaufrufe dürfen ansonsten nur vom BC mit Vierfünftelmehrheit und mit Einverständnis des Altherrenverbandsvorstandes aus der GDA-Sammlung entfernt werden.

  3. Abschnitt: Buch Bindender Beschlüsse (BBB)

    1. Ein Diskussionsaufruf oder ein beschlossener Antrag kann mit einfacher Mehrheit in das BBB aufgenommen werden.
    2. Aus dem aufgenommenen Beschluß muß hervorgehen, wann und von welchem Gremium er verabschiedet wurde.
    3. Anträge können mit einfacher Mehrheit wieder aus dem BBB entfernt werden.
    4. Aus dem BBB entfernte Beschlüsse sind mit neuer Numerierung als Diskussionsaufrufe in die GDA-Sammlung aufzunehmen, sofern sie dort nicht bereits vorhanden sind.
    5. Das BBB ist auf dem Antrittsconvent jedes Semesters zu verlesen.

  4. Abschnitt: Semester

    1. Das Wintersemester beginnt mit dem ersten Schulhalbjahr und endet am Tag vor Beginn des zweiten Schulhalbjahres.
    2. Das Sommersemester beginnt mit dem zweiten Schulhalbjahr und endet am Tag vor Beginn des ersten Schulhalbjahres.
    3. Während der Ferien ruht der Korporationsbetrieb; die Ämter ziehen jedoch durch.

  5. Abschnitt: Admission

    1. Das Aufnahmegesuch des Anwärters muß vom BC mit einfacher Mehrheit genehmigt werden (Admission).
    2. Kommt die diese Mehrheit nicht zustande, kann der Antrag auf Admission des Anwärters von jedem Bundesbruder zu einem späteren Zeitpunkt erneut gestellt werden.
    3. Das Fuxenband erhält der Admittierte auf der nächstfolgenden Kneipe, nachdem sich die neu admittierten Fuxen der Kneipcorona vorgestellt haben. Danach wird das Bundeslied gesungen. Danach stellt der Fuxmajor den Fuxen die anwesenden Burschen und Alten Herren vor.
    4. Die Personalien der neuen Fuxen meldet der Fuxmajor dem Schriftführer des Altherrenverbandes.
    5. Die Eintragung der Fuxen in das »Blaue Buch« erfolgt auf einer Kneipe. Durch Handschlag verpflichtet der Senior den Fuxen auf die Konstitution der Aktivitas und das Conventsgeheimnis.
    6. Jedes rezipierte Mitglied ist verpflichtet, sich einem Neumitglied vorzustellen.
    7. Ehrenbänder kann nur der Altherrenverband in Übereinstimmung mit den Chargierten der Aktivitas verleihen.

  6. Abschnitt: Fuxen (aF)

    1. Fux ist grundsätzlich jeder Eingetretene bis zur Rezeption.
    2. Im ersten Semester ist er »krasser Fux« und im zweiten Semester »Brandfux«.
    3. Die Fuxenzeit beträgt zwei Semester; in Ausnahmefällen jedoch mindestens ein Semester.
    4. Der Fux muß an den Fuxenstunden, dem Fuxenbummel und allen Veranstaltungen des Bundes teilnehmen und hat allen Anweisungen rezipierter Mitglieder Folge zu leisten.
    5. Die Fuxenstunden finden während des Semesters mindestens alle vierzehn Tage statt.
    6. Auf die Burschenprüfung hat der Fux sich gewissenhaft vorzubereiten.
    7. Veranstaltungen oder Häuser anderer Verbindungen dürfen von Fuxen nur in Begleitung eines rezipierten Mitgliedes besucht werden. Ist dies nicht möglich, hat ein rezipiertes Mitglied bei dem gastgebenden Bund danach zu ersuchen, daß der FM oder ein anderes rezipiertes Mitglied des gastgebenden Bundes die Obhut über den Fuxen übernimmt.

  7. Abschnitt: Conkneipanten (CK)

    1. Schüler umliegender Gymnasien sowie nichtkorporierte Abiturienten können als Conkneipanten in die Aktivitas aufgenommen werden, sofern es ihnen umständehalber nicht möglich ist, aktiv zu sein, ihre Zugehörigkeit zur Korporation jedoch wünschenswert erscheint.
    2. Der Conkneipant trägt das Fuxenband.
    3. Die Vorschriften über die Fuxen gelten analog, soweit sie anwendbar sind, jedoch ist der Conkneipant zu keinen Instituten verpflichtet.
    4. Der Conkneipantenstatus kann vom BC mit einfacher Mehrheit aberkannt werden.
    5. Conkneipanten können durch den BC nach Ablegen einer Prüfung dem Altherrenverband zur Aufnahme vorgeschlagen werden. Prüfungskommission und Inhalt entsprechen einer Burschenprüfung.
    6. Stimmt der Altherrenverband der Aufnahme zu, wird der Conkneipant durch die Aktivitas rezipiert und bald darauf in den Altherrenverband aufgenommen.

  8. Abschnitt: Burschenprüfung

    1. Die Prüfung findet am Ende des zweiten Fuxensemesters statt.
    2. Den Vorsitz führt der Senior, sofern der BC nicht einen anderen Chargierten bestimmt.
    3. Die Prüfungskommission setzt sich zusammen aus mindestens drei vom BC gewählten Bundesbrüdern, bei denen es sich auch um Alte Herren handeln kann, und den zur Prüfung erscheinenden Burschen.
    4. Den anderen Fuxen ist die Teilnahme an der Prüfung gestattet.
    5. Anwesende Alte Herren, die nicht in die Prüfungskommission gewählt worden sind, haben nur beratende Stimme.
    6. Die Prüfung ist keine Formsache, sondern sie soll den Beweis erbringen, daß der Fux die nötige Reife hat, rezipiert zu werden.
    7. Zur Prüfung haben die Fuxen folgende Arbeiten einzureichen:
      1. einen handgeschriebenen Lebenslauf,
      2. eine schriftliche Arbeit über ein Thema, das der BC festlegt, z. B.:
        1. Warum bin ich in der Schülerverbindung Abituria?
        2. Was verstehe ich unter »Bundesbruder«?
        3. Welche Aufgaben soll ein Leibbursche erfüllen?
        4. Warum pflegen wir altes Liedgut?
        5. Hat die Schülerverbindung Abituria in der heutigen Zeit noch Aufgaben?
        6. Wie würde ich eine Festkneipe gestalten?
        7. Warum besteht der Altherrenverband?
    8. Prüfungsthemen sind: Sinn, Zweck, Ziel der Schülerverbindung Abituria. Konstitution, Comment, Lieder, Benimm- und Anstandsregeln. Namen der Ehrenmitglieder und der ortsansässigen 100-Semester-Bandträger. Geschichte der Schülerverbindung Abituria.
    9. Ein Fux kann nur zur Prüfung zugelassen werden, wenn er zu diesem Zeitpunkt keine Schulden bei der Kasse hat.
    10. Wird ein Fux aufgrund mangelnder Kenntnisse nicht für würdig befunden, rezipiert zu werden, so muß er die Prüfung später wiederholen.

  9. Abschnitt: Burschen (aB, iaB)

    1. Nach bestandener Prüfung wird der Fux rezipiert, d. h. endgültig aufgenommen.
    2. In seinem dritten Semester ist er nun »Jungbursche«, im vierten Semester »Altbursche«.
    3. Schüler der 13. Klasse können sich frühestens mit Wirkung zum Beginn der Winterferien vom BC inaktivieren lassen. Im fünften Couleursemester wird ein Bursch automatisch inaktiv.
    4. Die Verpflichtungen der Inaktiven werden vom BC bestimmt.
    5. Jeder aktive Bursche ist verpflichtet, eine Charge oder ein Amt zu übernehmen, wenn dem nicht zwingende Gründe entgegenstehen. Über die Stichhaltigkeit der Gründe entscheidet der BC.
    6. Jeder Bursche kann mit der Vertretung des Bundes beauftragt werden.
    7. Die Burschenzeit endet mit dem Ausscheiden aus der Schule und der Aktivitas.

  10. Abschnitt: Rezeption

    1. Im kerzenbeleuchteten Kneipraum tritt der erste Rezipient vor den Senior.
    2. Der Senior gibt ihm die Hand und hält den Händedruck, während der Rezeptionseid geleistet wird. Der Senior spricht ihm abschnittweise den Rezeptionseid vor, und der Rezipient spricht ihn ebenso nach.
    3. Anschließend legt ihm der Senior das Burschenband um mit den Worten: »Trage das Burschenband in Ehren! Ich gratuliere Dir!« Anschließend geben die beiden anderen Chargierten dem Jungburschen die Hand.
    4. Nach Vollzug der letzten Rezeption wird das Bundeslied gesungen.
    5. Im Anschluß stellt der Fuxmajor dem Jungburschen die anwesenden Burschen und Alten Herren vor.

  11. Abschnitt: Mitgliedschaften in anderen Verbindungen

    1. Mitgliedschaften in anderen Verbindungen bedürfen der Genehmigung des Convents.
    2. Die Aufnahme des Bandes von Schülerverbindungen, zu denen ein Freundschaftsverhältnis besteht, gilt als genehmigt.
    3. Der Beitritt zu den bundesdeutschen Verbindungen folgender Verbände gilt bis auf weiteres als genehmigt:
      1. Akademischer Turnbund (ATB);
      2. Coburger Convent der akademischen Landsmannschaften und Turnerschaften (CC);
      3. Cartellverband der Katholischen Deutschen Studentenverbindungen (CV);
      4. Deutsche Sängerschaft – Weimarer CC (DS);
      5. Kösener Senioren-Convents-Verband (KSCV);
      6. Kartellverband katholischer deutscher Studentenvereine (KV);
      7. Neue Deutsche Burschenschaft (NeueDB);
      8. Marburger Konvent studentischer Verbindungen (MK);
      9. Schwarzburgbund (SB);
      10. Sondershäuser Verband akademisch-musikalischer Verbindungen (SV);
      11. Unitasverband der wissenschaftlichen katholischen Studentenvereine (UV);
      12. Weinheimer Senioren-Convent (WSC);
      13. Verband der Vereine Deutscher Studenten – Kyffhäuser-Verband (VVDSt).

  12. Abschnitt: Ämter und Amtsträger

    1. Ämter der Aktivitas sind die Chargen und Funktionen.
    2. Die Chargen sind:
      1. Senior;
      2. Consenior;
      3. Sekretär.
    3. Die Funkionen sind:
      1. Fuxmajor (FM);
      2. Chronist (Chr.);
      3. Inventarwart (IW);
      4. Geburtstagswart (GW);
      5. Netzwart (NW).
    4. Jeder Amtsträger ist verpflichtet, sein Amt nach bestem Können auszuführen.
    5. Die Chargierten sind Erste unter an Rang Gleichen.
    6. Den Anordnungen der Chargierten ist unbedingt Folge zu leisten. Beschwerden gegen ihre Anordnungen sind vor den BC zu bringen.
    7. Die Chargierten und der FM müssen Kenntnis von geltenden BBB-Beschlüssen haben.

  13. Abschnitt: Ämterwahlen

    1. Die Amtsperioden dauern ein Jahr. Sie beginnen mit dem Sommersemester und enden mit dem Wintersemester.
    2. Der Wahlconvent findet wegen der Planung der Semesterprogramme der folgenden beiden Semester mindestens acht Wochen vor dem Schlußconvent statt.
    3. Abgesehen von der Funktion des Fuxmajors können die Amtsperioden der Funktionäre auf ein Semester verkürzt werden. Sie sind gegebenenfalls auf einem Wahlconvent vier Wochen vor dem Schlußconvent zu wählen.
    4. Die Chargen werden vom AC gewählt. Wahlberechtigt sind neben den Burschen nur Fuxen, die bereits länger als drei Monate admittiert sind.
    5. Die Kandidaten werden vorgeschlagen, und schlagen sich nicht selbst vor. Wahlvorschläge sind zu begründen.
    6. Den Kandidaten wird im Anschluß die Möglichkeit der Stellungnahme gegeben.
    7. Jeder Bursche kann für ein Amt vorgeschlagen werden. Nur bei stichhaltigen Gründen kann er mit mehrheitlicher Genehmiung der anwesenden Burschen den Vorschlag zur Wahl ablehnen.
    8. Eine einmalige Wiederwahl ist möglich; mit Einverständnis des Amsträgers auch eine zweite Wiederwahl.
    9. Steht nur ein Kandidat für ein Amt zur Wahl, kann die Wahl durch Handaufheben geschehen, ansonsten ist geheim zu wählen.
    10. Bei geheimen Wahlen kann abgestimmt werden mit »ja«, »nein«, Name des Kandidaten, »Enthaltung«, leerem oder ungültigem Stimmzettel.
    11. Vor Beginn des ersten Wahlgangs ist die Zahl der Stimmberechtigten festzustellen und zu verkünden.
    12. Ein geheimer Wahlgang läuft ab wie folgt:
      1. Nennung des zur Wahl stehenden Amtes;
      2. nochmalige Nennung aller aufgestellten Kandidaten;
      3. Verteilen der Stimmzettel;
      4. Eröffnung des Wahlgangs;
      5. Einsammeln der Stimmzettel mit einem geeigneten Gefäß oder einer Mütze;
      6. Fragen, ob jeder seine Stimme abgegeben hat (Wer das noch nicht getan hat, hat das vernehmlich kundzutun und seinen Stimmzettel sichtbar in die Luft zu halten.);
      7. Schließung des Wahlgangs;
      8. Zählen der eingesammelten Stimmen;
      9. Stimmzettel werden nacheinander entfaltet, laut vorgelesen und auf getrennte Stapel gelegt;
      10. die Stimmzettelstapel werden von zwei Chargierten nacheinander gezählt;
      11. das Ergebnis wird verkündet.
    13. Stimmzettel und Schreibgeräte müssen weitgehend einheitlich sein.
    14. Einwände gegen die Richtigkeit der Wahl sind nur sofort zu erheben. Bei festgestellten Unstimmigkeiten oder Verfahrensfehlern ist die Wahl unverzüglich zu wiederholen.
    15. Die Stimmzettel werden nach Ende des Wahlconvents vernichtet.
    16. Bei einer Pattsituation haben die Kandidaten die Möglichkeit, die Wahl abzulehnen, wenn dadurch die Auflösung des Patts herbeigeführt werden kann.
    17. Das Amt des Seniors, des Conseniors oder Fuxmajors kann nur ein rezipirtes Mitglied übernehmen.
    18. Die gewählten Chargierten versehen bis zum Semesterbeginn ihr Chargenzeichen mit dem Zusatz »a. i.« (»ad interim«).
    19. Die neugewählten Chargierten sollen sich beim Schulleiter vorstellen.

  14. Abschnitt: Entlastungen

    1. Auf dem zweiten Convent des Wintersemesters werden die Amtsträger der vorherigen Amtszeit entlastet.
    2. Ist ein Amtsträger entlastet, bedeutet das, daß er nicht mehr für eventuelle Versäumnisse in seinem Amtsbereich in Anspruch genommen werden kann. Die Entlastung kann nicht vorgenommen werden, solange noch Dinge aus der vergangenen Amtszeit zu erledigen sind.
    3. Zur Entlastung ist ferner notwendig:
      1. Das Vorliegen etwaiger Berichte, Inventarlisten u. ä.;
      2. bei Kassen erfolgte Kassenprüfung;
      3. erfolgte Amtsübergabe an den Nachfolger.
    4. Die Entlastung hindert nicht die Inanspruchnahme wegen strafwürdigen Verhaltens.
    5. Den Antrag auf Entlastung stellt der Senior. Ist der Senior selbst für ein ausgeübtes Amt zu entlasten, übergibt er die Conventsführung vorübergehend an den Consenior, hilfsweise an den ältesten anwesenden Aktiven oder Inaktiven.
    6. Bei vorbildlicher Amtsführung kann der BC nach der Entlastung auf Antrag beschließen, daß ein Chargierter oder FM für ein Semester oder beide mit Dank entlastet wird. Der Antrag ist für die Semester getrennt zu stellen. Mit Dank entlastete Chargierte bzw. FM dürfen Ihre Charge bzw. Funktion klammern.

  15. Abschnitt: Der Senior

    1. Der Erste Chargierte, der Senior, leitet den Bund, ist sein oberster Vertreter und ist allein verantwortlich für die commentgemäße Durchführung aller Veranstaltungen.
    2. Er entscheidet auf Kneipen abschließend über die Commentauslegung.
    3. Er leitet die Kneipe und stimmt die Lieder an.
    4. Spätestens auf dem Schlußconvent legt der Senior die Programme für die folgenden beiden Semester zur Genehmigung vor.
    5. Zum Weihnachtsconvent des Altherrenverbandes hat er einen schriftlichen Bericht der Aktivitas seit seinem Amtsantritt vorzulegen.
    6. Er muß ständig in enger Fühlungnahme mit dem Vorstand des Altherrenverband bleiben.
    7. Der Senior führt ein Kreuz als Chargenzeichen.

  16. Abschnitt: Der Consenior

    1. Der Zweite Chargierte, der Consenior, ist der Stellvertreter des Seniors und der Kassenwart der Aktivitas.
    2. Er kassiert die monatlichen Beiträge und die Geldstrafen.
    3. Er rechnet nach Kneipende unverzüglich mit dem Wirt den Bierverbrauch ab.
    4. Er verwaltet die Cuprumkasse.
    5. Vor Übergabe seines Amtes an seinen Nachfolger muß die Abschlußrechnung vom Altherrenverband überprüft sein.
    6. Er muß dafür Sorge tragen, daß jeder Jahrgang den Gegenwert von fünf großen Kommersbüchern für die Erweiterung oder Erneuerung des Inventars ausgibt.
    7. Der Consenior führt auf den Conventen bei Bedarf die Rednerliste.
    8. Der Consenior führt zwei Kreuze als Chargenzeichen.

  17. Abschnitt: Der Sekretär

    1. Der Dritte Chargierte ist der Sekretär.
    2. Er hat die Einladungen der Gäste und Alten Herren bei Festkneipen vorzunehmen.
    3. Für alle Veranstaltungen werden die Aushänge 14 Tage vorher beschickt.
    4. Für Festkneipen werden die in der Umgebung ansässigen Alten Herren 14 Tage zuvor per Post eingeladen.
    5. Die Lehrerschaft wird durch einen Aushang im Schaukasten oder Lehrerzimmer nur zu Festkneipen eingeladen.
    6. Der Elternbeirat ist zu Festkneipen schriftlich einzuladen.
    7. Zu Festkneipen werden befreundete Verbindungen eingeladen.
    8. Die Begrüßung auf den Kneipen ist in folgender Reihenfolge vorzunehmen:
      1. Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft;
      2. Schulleiter und stellvertretender Schulleiter;
      3. Lehrerschaft;
      4. Altherrenverbandsvorstand;
      5. Ehrenmitglieder;
      6. 100-Semester-Bandträger;
      7. Alte Herren insgesamt;
      8. Vertreter anderer Verbindungen;
      9. sonstige Gäste.
    9. Der Sekretär hat auf den Conventen das Protokoll zu führen. Das Protokoll ist per E-Mail an alle interessierten Bundesbrüder zu schicken. Das Protokoll ist vom jeweiligen Convent zu genehmigen. Nach Wechsel im Amt muß der Protokollordner dem Altherrenverbandsvorstand zur Einsicht zum Zwecke der Ergänzung der Eintragungen im »Blauen Buch« vorgelegt werden.
    10. Der Sekretär verwaltet die Regelwerke der Korporation, wie oben beschrieben.
    11. Der Sekretär führt drei Kreuze als Chargenzeichen.

  18. Abschnitt: Der Fuxmajor (FM)

    1. Der Fuxmajor ist der Berater und Erzieher der Fuxen.
    2. Er muß für den Bund einen guten Nachwuchs heranziehen.
    3. Seinen Anordnungen haben die Fuxen unbedingt Folge zu leisten.
    4. Auf der Kneipe hat er seine Fuxen auch im inoffiziellen Teil einzusetzen und zu überwachen.
    5. Zur Vorbereitung auf die Burschenprüfung hat er Fuxenstunden und Fuxenbummel abzuhalten. Hier führt er den alleinverantwortlichen Vorsitz.
    6. Der Fuxmajor führt die Abkürzung FM.

  19. Abschnitt: Chronist (Chr.)

    1. Er muß seine Eintragungen in die Chronik gewissenhaft ausführen.
    2. Er muß die Chronik auf dem BC verlesen und die Niederschrift genehmigen lassen.
    3. Die Chronik ist beim Wechsel im Amt dem Altherrenverband zur Ergänzung seiner Unterlagen vorzulegen.

  20. Abschnitt: Inventarwart (IW)

    1. Bei Übernahme seiner Funktion kontrolliert er mit seinem Vorgänger den Bestand des Inventars und stellt ein Protokoll auf. Eine Durchschrift erhält der Altherrenverband zur Kontrolle.
    2. Am Schluß jeder Kneipe sammelt er mit den Fuxen die Utensilien ein und kontrolliert alleine den Bestand!
    3. Als Schmuckwart ist er für den Saalschmuck verantwortlich.
    4. Er hat dafür zu sorgen, daß auf Kneipen frankierte Couleurkarten verkauft werden.
    5. Er verwaltet das Gästebuch.

  21. Abschnitt: Geburtstagswart (GW)

    Der Geburtstagswart ist dafür zuständig, den Eltern der Bundesbrüder, falls gewünscht, im Namen des Bundes zum Geburtstag und zu Weihnachten eine Couleurkarte zu schicken.

  22. Abschnitt: Netzwart (NW)

    1. Der Netzwart betreut die Darstellung der Schülerverbindung Abituria im Internet.
    2. Er hat dort unter anderem einen Veranstaltungskalender auf dem neuesten Stand zu halten.
    3. Eingehende elektronische Post hat er im Rahmen seiner Möglichkeit und Zuständigkeit zu beantworten, oder an den Sekretär weiterzuleiten.
    4. Die Funktion kann auch von einem Alten Herren bekleidet werden.

  23. Abschnitt: Couleur

    1. Unter dem Sammelbegriff »Couleur« versteht man – abgesehen von der bisweilen gebräuchlichen Titulierung einer Verbindung mit »Couleur« – sämtliche Abzeichen, Bekleidungsstücke und sonstige mit dem Farbenleben zusammenhängende Gegenstände.
    2. Sämtliche aktive und inaktive Mitglieder sind verpflichtet, während Veranstaltungen des Bundes Couleur zu tragen.
    3. Bei allen offiziellen Veranstaltungen wird, sofern vom BC nichts anderes bestimmt wird, Vollcouleur getragen.
    4. Die Couleur ist nur in einem Rahmen zu tragen, der ihrem Sinn entspricht.
    5. Cerevise, Prunktonnen und Prunkbänder sind mit Weinlaub bestickt.
    6. Auf den Conventen wird Freizeitcouleur, auf den Antritts- und Schlußconventen Vollcouleur getragen.
    7. Vollcouleur umfaßt:
      1. Anzug oder Kombination;
      2. Band;
      3. Mütze.
    8. Bei hochoffiziellen Veranstaltungen wird Vollcouleur zum dunklen Anzug getragen.
    9. Der Fuß des Zirkels zeigt bei Biertonnen nach hinten.
    10. Das Verschenken von Couleurartikeln an Nichtmitglieder bedarf der Genehmigung des BC.
    11. Studenten und Akademikern ist es gestattet, auf unsere Farben nach studentischem Comment zu fechten.

  24. Abschnitt: Couleurband

    1. Zu unterscheiden sind:
      1. Bierband (27 mm);
      2. Weinband (13 mm);
      3. Sektband (8 mm).
    2. Burschenband und Fuxenband bestehen aus Bierband und sind beiderseits mit silberner Perkussion eingefaßt.
    3. Das Band wird in der Reihenfolge der Farben von oben nach unten über die rechte Schulter getragen.
    4. Das gegebenenfalls an Außenstehende verliehene Ehrenband trägt keine Stickerei.
    5. Zu Smoking oder Frack wird Bierband getragen. Zum Frack wird das Band quer getragen; die rechte Seite ist jedoch leicht erhöht.
    6. Zu Smoking oder Frack trägt der Fuxmajor kein Fuxenband.
    7. Unser Burschenband kann neben dem Burschenband einer studentischen Korporation getragen werden.
    8. Jedes Mitglied, das berechtigt ist, mehrere Bänder zu tragen, trägt dieselben grundsätzlich in der Reihenfolge ihrer Erwerbung; wird jedoch Mütze getragen, liegt das zugehörige Band zuoberst.

  25. Abschnitt: Couleurmütze

    1. Die Mütze wird grundsätzlich nur zu Anzug oder Kombination getragen. Ausnahmen werden jeweils vom BC bestimmt.
    2. Landesvaterstickereien sind nicht eingeführt.
    3. Die Mütze wird abgenommen bei:
      1. Begrüßung (die Mütze wird mit der linken Hand vor die Brust gehalten);
      2. Aufstehen und Reden auf der Kneipe oder dem Convent;
      3. Anbieten von Zigarretten und anderen Tabakwaren;
      4. Feuergeben und -empfangen;
      5. Zutrinken;
      6. wenn einem zugetrunken wird;
      7. bei Ehrbezeigungen;
      8. Essen;
      9. Bedienen, Bierzapfen und allen körperlichen Arbeiten;
      10. Betreten einer Kirche;
      11. Besuch sanitärer Einrichtungen.
    4. Mützenträger stechen nicht; zur Ehrenbezeigung durch Mützenträger wird unter gleichzeitigem Erheben vom Sitz die Mütze mit der rechten bzw. linken Hand abgenommen und vor die Brust gehalten, wobei die Innenseite der Mütze zum Körper und der Schirm nach unten zeigt.

  26. Abschnitt: Zipfel

    1. Zu unterscheiden sind:
      1. Bierzipfel (27 mm);
      2. Weinzipfel (13 mm);
      3. Sektzipfel (8 mm).
    2. Das Band der Bier- und Weinzipfel wird in der Reihenfolge der Farben von links nach rechts getragen.
    3. Es findet ausschließlich die glatte Zipfelform ohne Wappen Verwendung.
    4. Zur Begründung eines Leibverhältnisses erhält der Leibfux von seinem Leibburschen einen Bierzipfel in Fuxenfarben.
    5. Die Farben des Leibzipfels werden nach der Rezeption durch Burschenfarben ersetzt.
    6. Alte Herren und Burschen unserer Korporation können untereinander Weinzipfel in den Burschenfarben tauschen.
    7. Ein Zipfeltausch wird vom Couleurälteren angetragen.
    8. Wir tragen keine Zipfel in fremden Farben und geben unsere Farben grundsätzlich nicht heraus. Einzige Ausnahme hierfür bildet die Dedizierung von Couleurartikeln an Damen.
    9. Kein Bundesbruder ist verpflichtet, einen Zipfelbund zu tragen.
    10. Zum Zipfeltausch werfen die Betreffenden den Zipfel in das Bier- (bei Bierzipfeln) bzw. Weinglas (bei Weinzipfeln) des anderen. Nach dem Leeren der Gläser werden die Zipfel mit dem Mund aus dem Glas gezogen, zwischen Bierdeckeln getrocknet und am Zipfelbund befestigt.
    11. Sektzipfel werden zum Dedizieren am Rand eines Sektglases befestigt.

  27. Abschnitt: Chargenwichs

    1. Vollwichs besteht aus:
      1. Cerevis;
      2. Pekesche;
      3. weißen Stulphandschuhen;
      4. Schärpe;
      5. Band;
      6. weißer Paradehose;
      7. schwarzen Schuhen mit Kanonen;
      8. ggf. Wehrgehänge mit Schläger und Scheide.
    2. Das Cerevis wird rechts vorn getragen und von einem Gummiband gehalten. Es ist so zu tragen, daß der Fuß des eingestickten Zirkels zur Gesichtsseite des Trägers zeigt.
    3. Zu Chargenwichs wird kein Zipfelbund getragen.

  28. Abschnitt: Verhalten im Couleur

    1. Jeder Farbenträger muß sich stets bewußt sein, daß sich das Augenmerk der Allgemeinheit besonders auf ihn richtet und deshalb von ihm ein diszipliniertes und zurückhaltendes Benehmen verlangt wird.
    2. Cerevis, Biertonne und Couleurmütze werden während der Couleurveranstaltungen grundsätzlich aufgesetzt. Das Cerevis wird nur bei etwaigem kurzzeitigem Verlassen des Veranstaltungsraumes (»Tempus«) abgenommen.
    3. Die Biertonne wird nur beim Betreten einer Kirche abgenommen.
    4. In Vollcouleur wird außerhalb geschlossener Räume nicht geraucht. Dies gilt erst recht für Chargierte in Vollwichs.
    5. In Couleur wird in öffentlichen Nahverkehrsmitteln kein Sitzplatz eingenommen.
    6. Beim Tragen von Lasten oder Gepäckstücken ist Couleur zu streichen.
    7. Zu Ehrenbezeigungen wird von Cerevis- und Biertonnenträgern »gestochen«, d. h. unter gleichzeitigem Erheben vom Sitz die rechte bzw. linke Hand (s. u.) an die Kopfbedeckung gelegt. Die Hand ist hierbei ausgestreckt. Nachlässige Handhaltung, Berühren des Hinterkopfes oder gleichzeitiges Halten von Zigaretten, Zigarren mit der betreffenden Hand ist incommentgemäß.
    8. Das Stechen erfolgt mit der linken Hand, wenn gleichzeitig eine sogenannte »Funktion« erfolgt, wie z. B. Trinken, Anschlagen, Händereichen. Stechen im Sitzen ist nur beim Feuergeben an ranggleiche oder rangniedrigere Commentteilnehmer oder nach Abschluß der Officien beim Zutrinken zwischen den Vorgenannten zulässig.
    9. Ehrenbezeigungen unter gleichzeitigem Erheben vom Sitz wird von allen Farbenträgern in den vorgenannten Formen erwiesen: Beim Grüßen, beim Chargen-Ein- oder -Auszug, beim Zutrinken im Offiziellen Teil, bei Ehrungen, beim Totengedenken, beim Spielen oder Absingen der eigenen oder einer fremden Nationalhymne, beim Absingen des eigenen oder eines fremden Bundesliedes (Ehrenbandträger gelten hierbei als Mitglieder des betreffenden Bundes).
    10. Essen an Kneip- oder Kommerstafel sowie während eines Conventes ist nur bei speziell hierfür eingeräumtem Tempus gestattet; in allen übrigen Fällen muß um Einzeltempus nachgesucht und abseits der offiziellen Tafel gegessen werden. Beim Essen wird jede Kopfbedeckung grundsätzlich abgenommen und nur dann auf den Tisch gelegt, wenn sich keine andere Ablagemöglichkeit finden läßt.
    11. Beim Tanzen werden Cerevis und Biertonnen aufbehalten; Mützen werden abgenommen und in der linken Hand am Schirm gehalten, Innenseite zum Körper. Beim Auffordern und Verabschieden der Damen wird Ehrenbezeigung erwiesen, desgleichen vor und nach jedem Tanz.

  29. Abschnitt: Chargieren

    1. Neben den die Veranstaltung führenden Chargen können Gastchargen ehrenhalber mitaufziehen. Auf das Kommando »Silentium für den Einzug der Chargierten!« wird von allen Farbenträgern Ehrenbezeigung in entsprechender Form und mit Front zu den Einziehenden erwiesen.
    2. Chargierte grüßen mit dem Schläger und stechen mit der linken Hand bei folgenden Anlässen:
      1. Spielen oder Absingen des Bunds- oder Farbenliedes einer anwesenden Verbindung;
      2. Spielen oder Absingen der eigenen oder einer fremden Nationalhymne;
      3. bei der Strophe »Vivat et res publica« bei dem Lied »Gaudeamus igitur«;
      4. auf Kommando des Seniors bei anderen Anlässen.
    3. Beim Einzug der Chargierten wird der Schläger mit der rechten Hand vor das Kinn gehalten. Der Ellenbogen wird dabei nach rechts ausgestreckt, sofern die Platzverhältnisse dies erlauben. Auch bei längeren Wartezeiten kann der Ellenbogen abgesenkt werden.
    4. Bei Hochzeiten wird vor dem Brautpaar ein- und auschargiert. Am Kirchenausgang werden die Klingen über dem Brautpaar gekreuzt.

  30. Abschnitt: Trauer

    1. Bei voller Trauer ist das Band in waagrechten Wicklungen mit einem Kreppstreifen umflort. Die Streifen der Mütze sind ebenfalls verhüllt.
    2. Bei halber Trauer wird am Farbstreifen an der linken Mützenseite eine schwarze Rosette befestigt.
    3. Stirbt ein aktiver Fux oder ein aktiver oder inaktiver Bursch, so ist 14 Tage volle Trauer und die folgenden 14 Tage halbe Trauer anzulegen. Stirbt ein Alter Herr, so ist 14 Tage volle Trauer zu tragen.
    4. Ist die Korporation bei der Beerdigung eines Bundesbruders mit Chargierten vertreten, so sind Schärpe, Cerevis und Schlägerkörbe umflort. An der Spitze der Fahne ist ein Trauerflor befestigt.
    5. Alle Mitglieder, die an der Beerdigung eines Bundesbruders teilnehmen, haben volle Trauer zu tragen.

  31. Abschnitt: Convente

    1. Die Convente finden während des Semesters monatlich statt.
    2. Alle Convente werden vom Senior einberufen und geleitet.
    3. Auf begründeten Antrag von mindestens drei Burschen muß der Senior einen Convent einberufen.
    4. Die Einberufungsfrist darf 24 Stunden nicht unterschreiten.
    5. Die Anträge können schriftlich eingereicht oder mündlich vorgetragen werden.
    6. Bei mehreren Anträgen zum gleichen Thema wird zuerst über den weitestgehenden Antrag abgestimmt. Vor der Abstimmung ist der gestellte Antrag vom Protokollführer nochmals zu verlesen.
    7. Auf Antrag kann über Alternativanträge nach dem KO-System abgestimmt werden. Dabei fällt jeweils der Antrag, der die meisten Stimmen enthält, fort. Der am Schluß übrigbleibende Antrag ist verabschiedet.
    8. Jeder Bundesbruder kann entweder mit »ja« oder »nein« stimmen. Nur ein vom Antrag Betroffener kann sich der Stimme enthalten.
    9. Bei Strafanträgen haben der Betroffene und Bundesbrüder, die sich in derselben Situation befinden, kein Stimmrecht.
    10. Bei Abstimmungen entscheidet die einfache Mehrheit. Bei Stimmengleichheit ist der Antrag abgelehnt.
    11. Ein Convent ist beschlußfähig, wenn mehr als die Hälfte der stimmberechtigten Aktiven anwesend sind.
    12. Auf Wunsch eines Bundesbruders muß geheime Abstimmung erfolgen.
    13. Bei personellen Verhandlungen über einen Bundesbruder muß dieser für die Dauer dieser Verhandlung den Convent verlassen. Inhalte von Wortbeiträgen bei Personaldiskussionen werden nicht im Protokoll wiedergegeben.
    14. Werden Anträge eingebracht, die Änderungen der Konstitution der Verbindung betreffen, muß unter Anwesenheit des Altherrenverbandsvorstandes eine Zweidrittelmehrheit für den Antrag erreicht werden.
    15. Zu den Conventen ist immer, unter Angabe der Tagesordnung, der Altherrenverbandsvorstand einzuladen.
    16. Alte Herren haben zu allen Conventen Zutritt, jedoch nur beratende Stimme.
    17. Wer Außenstehenden Mitteilungen von Conventsbeschlüssen macht, kann mit strafweiser Entlassung (früher: Dimission in perpetuum) bestraft werden.

  32. Abschnitt: Leibverhältnis

    1. Jeder Fux muß sich einen Leibburschen wählen.
    2. Der Leibbursch kann auch ein Alter Herr sein.
    3. Die Wahl bedarf der Genehmigung des Conventes.
    4. Der Antrag erfolgt durch den Leibburschen auf dem BC.
    5. Eine Häufung von Leibfuxen bei einem Bundesbruder ist zu vermeiden.
    6. Das Leibverhältnis verpflichtet den Leibburschen, mit Rat und Tat für seinen Leibfuxen einzustehen.

  33. Abschnitt: Ehrenwort

    Hat jemand sichere Beweise, daß ein Bundesbruder sein Ehrenwort falsch gegeben hat, so hat er dies sofort einem BC zu unterbreiten.

  34. Abschnitt: Strafanträge

    1. Jeder Bundesbruder ist verpflichtet, beabsichtigtes Fehlverhalten jeder Art durch unmittelbare Einflußnahme auf den Betreffenden nach Kräften zu verhindern. Mitteilungen hierüber an Dritte, insbesondere nach erfolgreicher Verhinderung, sind jedoch verboten.
    2. Wer über erfolgtes Fehlverhalten eines Bundesbruders Kenntnis erlangt, der sollte diese zunächst für sich behalten und dem Bundesbruder nach seinen Möglichkeiten helfen, das Fehlverhalten zu korrigieren.
    3. Der Sinn der Bestrafung liegt darin, bei dem Betroffenen eine Einsicht und Umkehr herbeizuführen. Rachegedanken oder andere niedere Erwägungen sind uns fremd.
    4. Trunkenheit wirkt niemals strafmildernd.
    5. Für Anstifter und Helfer ist auf gleiches Strafmaß zu erkennen wie für den Täter.
    6. Bei Strafanträgen gegen Burschen kann der BC folgende Beschlüsse fassen:
      1. Ablehnung des Antrages wegen Unschuld oder offensichtlicher Geringfügigkeit;
      2. Rüffel;
      3. Verwarnung;
      4. schlichter Bandentzug;
      5. einfache Dimission;
      6. verschärfte Dimission;
      7. strafweise Entlassung (früher: Dimission in perpetuum);
      8. Ausschluß (früher: Exklusion cum infamia).
    7. Ein Chargierter oder FM, der im Zusammenhang mit seinem Amt gerüffelt, verwarnt oder bestraft wird, kann in diesem Semester nicht mehr mit Dank entlastet werden.
    8. Ein mit schlichtem Bandentzug bestrafter oder dimittierter Bundesbruder geht seiner Chargen und der Funktion des Fuxmajors verlustig. Hat die Amtsperiode noch nicht begonnen, kann ihm die Charge oder die Funktion des Fuxmajors bei Dimission entzogen werden.
    9. Die Korporationen der Umgebung sind über Art und Dauer einer Strafe zu informieren.
    10. Bei schlichtem Bandentzug wird dem Betroffenen für eine bestimmte Zeit untersagt, Couleur zu tragen.
    11. Das Couleur von Dimmitierten ist vom Senior einzuziehen.
    12. Ein Dimittierter hat auf dem Convent kein Stimmrecht.
    13. Der Senior oder Consenior kann einen Dimittierten aus der Dimission nehmen, wenn das Bundesinteresse es erfordert. Der Endpunkt der Dimission verschiebt sich entsprechend.
    14. Ferien werden auf die Dimission nicht angerechnet.
    15. Bei einfacher Dimission ist dem Betroffenen jedes gesellige Beisammensein und jede Unterhaltung mit Bundesbrüdern oder anderen Korporierten untersagt. Ausgenommen sind Gespräche über Bundes- oder schulische Angelegenheiten. Der Dimittierte ist zu allen Instituten verpflichtet, muß die Veranstaltungen jedoch nach ihrer Beendigung sofort verlassen. Bei Kneipen sitzt er allein vor der Tür oder einem Nebenraum.
    16. Bei verschärfter Dimission wird der Betroffene darüber hinaus mit Kontaktverbot belegt. Der Kontakt zum Bund findet ausschließlich über den Senior und einen vom Dimittierten zu bestimmenden Verkehrsburschen statt, um ihn über wichtige Bundesangelegenheiten zu unterrichten. Gespräche mit Bundesbrüdern über schulische Angelegenheiten sind gestattet. Dem verschärft Dimittierten ist es untersagt, die Räumlichkeiten der Korporation oder ihre Konstante zu besuchen. Der gleichzeitige Besuch eines anderen Lokals ist von beiden Seiten zu vermeiden.
    17. Die strafweise Entlassung (früher: Dimission in perpetuum) muß erfolgen bei häufiger Verursachung von Streitigkeiten.
    18. Eine strafweise Entlassung (früher: Dimission in perpetuum) kann vom BC einstimmig ex nunc beendet werden.
    19. Der Ausschluß (früher: Exklusion cum infamia) erfolgt zwingend, jedoch ausschließlich bei bewiesenem ehrlosem Verhalten, namentlich Meineid oder Bruch des Ehrenwortes, Diebstahl, Betrug, Mord oder anderen ehrlosen Vergehen.
    20. Über einen Ausschluß (früher: Exklusion cum infamia) oder eine strafweise Entlassung (früher: Dimission in perpetuum) kann nur bei Anwesenheit des Altherrenverbandsvorstands schriftlich abgestimmt werden. Sie erfolgen bei Zweidrittel-Stimmenmehrheit.

  35. Abschnitt: Geldstrafen

    1. Die Höhe der Geldstrafen bestimmt der BC für jedes Semester.
    2. Für folgende Vergehen können Geldstrafen verhängt werden:
      1. für unvollständiges Couleur;
      2. für Zuspätkommen ohne triftigen Grund;
      3. für unentschuldigtes Fehlen;
      4. für nicht stichhaltige Entschuldigung;
      5. wegen Ausschlusses von der Kneiptafel;
      6. wegen ungepflegter Erscheinung;
      7. wegen Nichtzahlens der Beiträge.
    3. Alle Geldstrafen verdoppeln sich bei Festkneipen.

  36. Abschnitt: Bierstrafen

    1. Wer sich auf der Kneipe unbotmäßig aufführt, kann vom Senior veranlaßt werden, sich zu stärken.
    2. Ein älteres Semester kann ein jüngeres sich stärken lassen, jedoch niemals Fuxen untereinander.
    3. Sich stärken muß:
      1. wer das Silentium unterbricht;
      2. wer nicht mitsingt;
      3. wer den Anordnungen der Chargierten widerspricht;
      4. wer als Fux versucht, einen anderen Fuxen zu stärken;
      5. wer gegen die allgemeinen Anstandsregeln verstößt;
      6. wer sich der Kneipnamenverhunzung schuldig macht.
    4. Der Bestrafte erhebt sich, nimmt die Mütze ab und trinkt so lange, bis ihm nur vom Bestrafenden »Satis!« gerufen wird.
    5. Bei Widersetzlichkeit kann der zu Bestrafende von der Kneipe verwiesen werden. Eine weitere Strafe verhängt dann der BC.

  37. Abschnitt: Kneipe

    1. Allgemeines
      1. Wir unterscheiden:
        1. Monatskneipen;
        2. Festkneipen;
        3. Kommerse.
      2. Der BC entscheidet bei der Genehmigung des Semesterprogramms, ob im folgenden Semester Monatskneipen stattfinden.
      3. Festkneipen sind die Semesterantritts- und -schlußkneipen und andere Kneipen, die der BC als solche bestimmt.
    2. Kneipleitung
      1. Der Senior ist der Leiter der Kneipe.
      2. Der Senior eröffnet die Kneipe mit einem Antrunk,
      3. Der Senior allein läßt Lieder singen. Liedverunstaltungen muß er sofort abstellen.
      4. Der Senior kann jedem das erteilte Silentium wieder entziehen.
      5. In der Fidulität übergibt der Senior einem geeigneten Aktiven, bei Festkneipen einem Alten Herren die Leitung der Kneipe. Dieser kann es dann weiter- oder zurückgeben. Die Kneipe wird vom Senior beendet.
      6. In zwingenden Fällen kann der Senior die Kneipe sofort schließen.
    3. Umgang mit Alkohol
      1. Alkoholische und nichtalkoholische Getränke sind gleichberechtigt.
      2. Das Anulken von Bundesbrüdern, die keinen Alkohol trinken, ist strafwürdig.
      3. Autofahren in alkoholisiertem Zustand ist strafwürdig.
    4. Sitzordnung der Aktiven
      1. Auf Monatskneipen sitzen die drei Chargierten getrennt. Die Fuxen sitzen beim Fuxmajor.
      2. Auf Festkneipen sitzen die drei Chargierten an der Spitze der Kneiptafel nebeneinander. Die Aktivitas sitzt in bunter Reihe mit den Gästen und Alten Herren. Die Fuxen sitzen an der Fuxentafel beim Fuxmajor, der das Contrapräsidium innehat.
    5. Kleidung
      1. Auf Monatskneipen erscheint die Aktivitas in Anzug oder Kombination, bei Festkneipen im dunklen Anzug.
      2. Die Chargierten tragen auf Monatskneipen kein Vollwichs.
      3. Die Mütze ist von den Präsiden während des Silentiums abzunehmen.
      4. Biertonnen sind den Alten Herren vorbehalten.
    6. Disziplin
      1. Silentium ist streng durchzuführen.
      2. Auch Alte Herren haben sich den Weisungen des Seniors zu fügen.
      3. Im offiziellen Teil der Kneipe istdas Verlassen der Kneiptafel zu unterlassen; nur in dringenden Fällen ist Dispens für die Fuxen beim Fuxmajor, für die Burschen beim Consenior zu holen. Jeder muß sich wieder zurückmelden.
      4. Bei herrschendem Silentium darf das Kneiplokal nicht betreten werden.
      5. Beim Essen ist immer die Mütze abzunehmen.
      6. Bei unanständigen Aufführen auf der Kneipe kann der Betreffende sofort des Lokals verwiesen werden.
      7. Wer nach der Kneipe in der Öffentlichkeit groben Unfug treibt, kann mit Dimission bestraft werden.
    7. Väter-Kneipe
      1. Einmal in Jahr soll eine Väter-Kneipe stattfinden.
      2. Einladungen erfolgen durch den Altherrenverbandsvorstand im Einvernehmen mit der Aktivitas.

  38. Abschnitt: Kneipnamen

    1. Auf der Kneipe soll jeder mit seinem Kneipnamen angeredet werden, den er sich selbst wählen oder verpassen lassen kann. Der Kneipname soll möglichst eine spezielle Kennzeichnung des Betreffenden sein.
    2. Gegen eine im BBB zu bestimmende Bierspende kann sich jeder umtaufen lassen.
    3. Jeder Kneipname muß vom BC genehmigt werden.
    4. Die Kneipnamen sind eine völlig interne Angelegenheit und daher nicht für Gebrauch in der Öffentlichkeit bestimmt.

  39. Abschnitt: Sprachregelungen

    1. Im Unterschied zu vielen studentenischen Korporationen wird das Wort Fux wie folgt gebeugt:
      1. der Fux, des Fuxen, dem Fuxen, den Fuxen;
      2. die Fuxen, der Fuxen, den Fuxen, den Fuxen.
    2. Abkürzungsverdopplungen sind bei uns nicht gebräuchlich.

  40. Abschnitt: Sonstige Veranstaltungen

    1. Sonstige jährlich wiederkehrende Veranstaltungen sollen sein:
      1. Maibowle;
      2. Feuerzangenbowle;
      3. Damenkneipen;
      4. Aktivenfahrten;
      5. Partys.
    2. In Abstimmung mit dem Veranstaltungskreis des Altherrenverbandes können folgende Veranstaltungen zusammen mit der Altherrenschaft und ggf. ihren Familien stattfinden:
      1. Kartenspielturniere (z. B. Doppelkopf, Bridge, Whist);
      2. Museums- und Theaterbesuche und andere Bildungsveranstaltungen;
      3. Fahrten für Familien mit Kindern (Freizeitparks u. ä.);
      4. Kindernikolaus;
      5. Sportfeste.

  41. Abschnitt: Aktivenbetreuer

    1. Der Aktivenbetreuer wird im Einvernehmen mit der Aktivitas vom Altherrenverbandsvorstand bestimmt.
    2. Der Aktivenbetreuer soll Mittler zwischen Aktivitas und Altherrenverband sein.
    3. Er soll in allen Fragen beratend und schlichtend der gesamten Aktivitas beistehen.
    4. Auf den Conventen hat er kein Stimmrecht.
    5. Der Aktivenbetreuer gehört zu dem engeren Kreis des Altherrenverbandsvorstands.

  42. Abschnitt: Bundesvertretung

    1. Die Vertretung des Bundes liegt beim Senior, oder bei einem Burschen, an den die Vertretung delegiert wurde.
    2. Fuxen können nur in Begleitung eines Burschen die Aktivitas vertreten.
    3. Der Comment der Gastgeber ist zu respektieren.
    4. Nach einfachen, kurzen Grußworten wird geschlossen auf das Wohl des Gastgebers getrunken.

  43. Abschnitt: Semesterbild

    1. In jedem Wintersemester muß von einem Berufsphotographen eine Schwarzweißaufnahme der Gesamtaktivitas gemacht werden.
    2. Ein Großphoto muß dem Altherrenverband für die Semesterbilder-Sammlung zur Verfügung gestellt werden.
    3. Anzug: wie bei Festkneipen, Chargierte in Vollwichs.

  44. Abschnitt: Tanzveranstaltungen

    1. Jeder Aktive ist verpflichtet, mit allen Damen seines Tisches zu tanzen.
    2. Ein »Ausruhen«, wenn eine Dame allein im Saale sitzt, ist nicht statthaft.
    3. Ablauf etwa: Begrüßung, Polonaise, Damenrede, Tanzspiele (nicht nur Marschwalzer), Damenwahl, Semestertanz.

  45. Abschnitt: Aufnahme in den Altherrenverband

    1. Zwei Wochen vor der Semesterschlußkneipe des Sommersemesters übergibt der Sekretär dem Altherrenverbandsvorstand die Liste aller Bundesbrüder, die ihre geldlichen Verpflichtungen gegenüber der Aktivitas erfüllt haben und in den Altherrenverband eintreten wollen.
    2. Die Aufnahme der Abiturienten in den Altherrenverband geschieht auf folgende Weise:
      1. Entlassung der Abiturienten aus der Aktivitas durch den neuen Senior.
      2. Ein Vorstandsmitglied des Altherrenverbandes teilt die Aufnahmegenehmigung mit und übernimmt die Abiturienten in den Altherrenverband.
      3. Bundeslied.

  46. Abschnitt: Übergangsbestimmungen

    1. Bis zur Anschaffung von Vollwichs tragen die Chargierten bei Festkneipen und Kommersen Vollcouleur, und es gibt keinen Einmarsch der Chargierten.
    2. Bis zur Errichtung des Altherrenverbandes übernimmt die Stiftungskommission die Rolle des Altherrenverbandes.
    3. Bis zur Einrichtung eines internen Verzeichnisses im Internet hat der Sekretär die benannten Dateien anderweitig zu verwalten.
    4. Mit dem Eintreten der genannten Voraussetzungen fällt die jeweilige Passage aus diesem Abschnitt »Übergangsbestimmungen« automatisch fort.